Straße | Die Straße und ihr Namensgeber

Matthäus Ludwig Wucherer war gebürtiger Hallenser und stets um das Wohl der Stadt bemüht

Matthäus Ludwig Wucherer, der Namensgeber der Allee zwischen Reileck und Steintor, wurde am 30. Mai 1790 in Halle (Saale) geboren. Als Sohn eines Golgasfabrikanten wuchs er in der Saalestadt auf. Er wurde beschrieben als frühreifer und intelligenter Junge. Aufgrund der Freundschaft zwischen den Familien Wucherer und Niemeyer besuchte Wucherer die Privatschule des damaligen Direktors der Frankeschen Stiftungen August Hermann Niemeyer. Im Alter von neun Jahren wechselte er auf das Pädagogium, mit dem Ziel später als Mediziner zu arbeiten. Doch mit dem Tod des Vaters (1804) und des Bruders (1802) fehlte dem Familienunternehmen die Nachfolge. Diesen Platz sollte nun Wucherer einnehmen. Nach der Schule erlernte er deswegen den Beruf des Kaufmanns, um nach dem Tod seiner Mutter 1812 schließlich die Leitung der Firma zu übernehmen.

Doch bevor Ludwig Wucherer sich auf seine kaufmännische Tätigkeit konzentrieren konnte, wurde er gegen Frankreich in die Befreiungskriege berufen. 1815 kehrte er nach Halle zurück und begann sein Engagement für die Stadt an der Saale. Drei Jahre später wurde Wucherer in Folge dessen zum Stadtrat ernannt. Dank seiner Mithilfe bei der Tilgung der Kriegsschulden der Saalestadt wurde er 1822 Kämmerer.

Wucherers Verdienst für Halle

Immer im Sinne seiner Heimatstadt denkend erkannte Ludwig Wucherer bereits 1826 die wirtschaftliche Bedeutung einer gut ausgebauten Infrastruktur. Somit nahm er sich zunächst des Ausbaus der Wasserhandelswege über die Saale an, bevor er 1829 für die Einrichtung einer Eisenbahnanbindung plädierte. Am 23. Juli 1840 trugen Wucherers Bemühungen Früchte: Die Verbindung zwischen Halle und Magdeburg war fertiggestellt. Durch die Erweiterung der Strecke bis Leipzig wurde die Stadt an der Saale zu einem wichtigen Verkehrsknoten. Im Jahr 1844 gründete Ludwig Wucherer in Halle die Handelskammer, dessen Leitung er für fünf Jahre innehatte und nur wegen Krankheit niederlegen musste. Er arbeitete stets weiter an der Beseitigung von Missständen in der Stadt und sorgte unter anderem für die Restaurierung der Moritzburg oder die Vergrößerung des Stadtgottesackers. Als Ehrung für seine Bemühungen um die Stadt wurde Ludwig Wucherer mit dem Titel „Stadtältester“ ausgezeichnet. Im Alter von 71 Jahren verstarb er am 15. Dezember 1861 in Halle.

Die Straße, die heute seinen Namen trägt, wurde zwei Jahre nach seinem Tod in Wuchererstraße umbenannt. 1898 änderte die Stadt die Bezeichnung wegen der fehlenden Eindeutigkeit in Ludwig-Wucherer-Straße.